Hurden und das Hotel–Restaurant Rössli

Seine Geschichte und Tradition

Hurden zur Eiszeit

Vier Eiszeiten haben das Alpenvorland geprägt und die Vielfalt unserer Gegend geformt.
In der letzten Eisreichte der Linthgletscher während der kältesten Zeit vor 25 000 Jahren bis Killwangen und die Eisdecke über Hurden war 600 Meter dick.
Nur wenige Berge überragten die Eisdecke, so der Etzel, der Bachtel und der Höhronen.
Gletscher gleiten bis zu 1000 Meter pro Jahr zu Tale und bringen viel Gesteinsmaterial mit grossen Findlingen zu den Gletscherzungen. Wird das Klima wärmer, so schmilzt mehr Eis an der Zunge als durch das Vordringen des Gletschers nachgeliefert werden kann, der Gletscher zieht sich zurück.
Auf diesem Weg zurück vor 13 000 Jahren erlitt die Erde eine neue Klimaverschlechterung, die Gletscherzunge blieb stationär über Hurden. Es bildete sich im bereits aufstauten Zürichsee die Endmoräne, die aus den Schuttmassen und aus Findlingen aus dem Glarnerland besteht. Das „Hurdner Stadium“, als Pause in der Rückzugsphase des ausgehenden Eiszeitalters ist unter Geologen in der ganzen Welt bekannt geworden.
Noch 1852 konnte Hand Conrad Escher von der Linth zahlreiche Findlinge aus rotem Ackerstein (Verrucano) auf der Hurdner Landzunge und im Zürichsee zwischen Hurden und Rapperswil beobachten und beschreiben. Er erbrachte damit einen Beweis für die damals entstandene Gletschertheorie.
Ein 10 Tonnen schwerer Verrucanofindling aus dem Glarner Kleintal befand sich auch in der Baugrube des Hotel Garni. Es wurde zur Erinnerung an die Hurdnervergangenheit beim Eingang zum Hotel platziert.

Conrad Meyer (1618-1689): Hurden mit dem Rössli. Kunsthaus Zürich

Die Pfahlbauer von Hurden

Rund um die Halbinsel sind aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit zahlreiche Siedlungen nachgewiesen. Die seichten Gewässer zwischen den Inseln Lützelau und Ufenau entsprachen wohl dem gesuchten Standort für frühere Kulturen.
Reste prähistorischer Häuser sind bis heute erhalten und werden seit 1998 durch die archäologische Tauchequipe der Stadt Zürich im Auftrag des Kantons Schwyz und der Gemeinde Freienbach untersucht.
Entlang der Ortsseite der Hurdner Landzunge sind zahlreiche Siedlungen aus der Jungsteinzeit nachgewiesen. In allen entdeckten Pfahlfeldern sind Rundhölzer und Spätlinge aus verschiedenen Holzarten vorhanden. Dazwischen liegt freigespültes Fundmaterial. Diese Objekte und die Pfähle erlauben in vielen Fällen bereits erste Datierungen.
Vor Hurden erstreckt sich ein 300m langes Siedlungsareal aus der Zeit zwischen
2048-46 v. Chr. Der überraschendste Fund auf einer kleinen Fläche bei der sogenannten Untiefe West, sind wohl die 13 Steinbeile, nebst einem Silexdolch nachweisbar hergestellt in Grand-Pressigny, im Westen Frankreichs, über 500 km von Hurden entfernt).
Eine zweite Fundstelle befindet sich gleich neben dem Anlegesteg unseres Hotels. Es handelt sich dort um die bisher ältesten Siedlungsbelege. Die Scherben weisen in die Pfyner Kultur um 3700 v. Chr.
Am Ende der Landzunge, beim sogenannten Rosshorn, befindet sich eine ausserordentliche Fundstelle. Dort stehen viele Pfähle mit zum Teil mächtigen Durchmessern in Reihen, die von hier Richtung Rapperswil laufen.

Es scheint sich um Reste von Wegen und Brücken zu handeln, welche die beiden Ufer miteinander verbanden. Auf Grund erster Dendroaten und der zwischen den Pfeilern gefundenen Nadeln bestanden einige dieser Übergänge bereits in der Bronzezeit (1600 v. Chr.). Derart alte Brücken sind in Europa bisher kaum bekannt.

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Geschichte der Insel Hurden

Kaiser Otto der Große schenkte die Höfe mit der Insel Ufenau dem Kloster Einsiedeln. Die Grundherrschaft wurde über das ganze Mittelalter von den Bewohnern nie in Frage stellt. Sie bezahlten Grundzinsen und den Zehnten, laut Überlieferung, an das Kloster Einsiedeln:
6 Mütt Kernen (324 kg)
10 Mütt Hafer
Nüsse
Mehr als 1000 Fische
Da das Kloster keinen Krieg führte und auch die Gerichtsbarkeit nicht ausführen konnte, wurden Schirmvögte bestellt. Die Grafen von Rapperswil und später die Grafen von Homburg bekleideten dieses Amt bis zu deren Pfändung im Jahre 1342 an Rudolf Brun in Zürich. 1356 wurden die in Rapperswil residierenden Habsburger die Schirmvögte von Einsiedeln.
Zu Beginn der Sempacherkriege mit den Habsburgern besetzte Zürich die Höfe. 1389 konnte im Friedensschluss Zürich die Höfe, 1420 auch die Ufenau und Hurden behalten.
Im Alten Zürichkrieg, 1440, verlor Zürich die Höfe. Das Kloster übertrug die Schirmvogtei den Schwyzern. Bis zum Friedensschluss 1450 lieferten sich Schwyzer, Österreicher und Zürcher intensive Schlachten zu Land und auf dem See.
Durch die Französische Revolution, kam Hurden zu dem künstlich geschaffenen Kanton Lindt und 1803 in der Meditationsverfassung mit dem Hof Pfäffikon zu Schwyz.
Während der Regeneration litten die Höfe mit Hurden unter bereits erwähnten aristokratischen Regierung des Kantons. Von 1830 bis 1833 konstituierte sich deshalb das liberale „Schwyz“ äusseres Land, bis es durch massiven Druck der Tagsatzung die Selbständigkeit im Halbkanton aufgeben musste.
Seither sind die Höfe mit den wohlhabenden Gemeinden mit dem inneren Kantonsteil verbunden, durch die vorteilhafte Lage, aber wirtschaftlich und kulturell sehr stark durch den Zürichsee geprägt und ein wohltuender Gegensatz zur Innerschweiz.

Orchideen im Hurdner Frauenwinkel

Im frühen Frühjahr blüht als erste die kleine Orchis (Orchis morio) in tief violetter Farbe. Einzelblüten mit den grün geäderten Perigon Blättern und dem kleinen aufwärtsgerichteten Sporn bilden einen lockeren Blütenstand in den Monaten April und Mai.
Dann erscheinen an etwas trockeneren Standorten die Helmknabenkräuter (Orchis militaria) mit hellen, fast weissen Perigon Blättern, die den Helm bilden. Die dreiteilige Lippe mit nochmals dreigeteiltem Mittellappen ist mit dunkeln Saftmalen besetzt.
Ebenfalls im Juni zeigt eine stattliche Orchidee mit feiner, scharfer Lippenzeichnung ihre Pracht. Das Fleischfarbene Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata) trägt viele 6 -7mm lange, fleischfarbene, kleine Blüten, die von dunkeln Tragblättern überragt werden. die schwach dreilappige Lippe mit kleiner Spitze trägt eine exotische Zeichnung, ein kleiner, konischer Sporn ist nach abwärtsgerichtet.
Das gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) mit den dunkel gefärbten Flecken blüht etwas später. Der dichte Blütenstand mit lila, rosa bis weissen Blüten ist sehr variabel und kann im selben Bestand viele Formen und Farben ausweisen. Die sehr deutliche dreiteilige Lippe hat ebenfalls symmetrische Malzeichen mit Flecken.
Gleichzeitig blüht das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) in lila purpurner Farbe der dreilappigen Lippe. Sie hat einen hohlen Stengel, wie Dactylorhiza incarnata.
Dann blüht auch die Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia). Diese sehr typische Orchidee besitzt eine schmale, grünliche, nach abwärts gerichtete Lippe mit sehr langem, ebenfalls grünlichem Sporn. An zwei Standorten sind hunderte von stattlichen Exemplaren anzutreffen.
Noch später zeigt sich die Mückenhändelwurz (Gymnadenia conopea) ihren schmalen, zylindrischen, rotvioletten Blütenstand im Riet. Die vielen kleinen Blüten ohne Zeichnung besitzen einen fadenförmigen Sporn und riechen ausgezeichnet, was für Orchideen eine Seltenheit ist.

Die letzte Orchidee blüht im Juli/August, meist viele Exemplare zusammen. Die Echte Sumpfwurz (Epipactis palustris) mit dem grossen, lockeren Blütenstand ist den exotischen Arten sehr ähnlich. Weisse, nach unten hängende Blüten besitzen grünliche, genervte Petalen, die zweigliedrige Lippe hat einen beweglichen Vorderteil.

Iris sibirica, aus dem Frauenwinkel
Iris sibirica, aus dem Frauenwinkel

Fischerei

Zwischen dem Städtchen Rapperswil und der Landzunge Hurden entstanden im 13. Jahrhundert die Zahlreichen Fischereieinrichtungen, die dem Dörfchen den Namen gegeben haben. Diese „Hurden“ bestanden aus im Zick-Zack angeordneten Pfählen und aus Tannen- und Eschenholz mit grossen Reusen am spitzen Winkel, in welche sich die zu den Laichplätzen im Obersee drängenden Albeli (kleine Felchen Art) verfingen. Diese Hurden können noch heute bei niederem und ruhigem Wasserstand zwischen Hurden und Rapperswil beobachtet werden. Sie waren Eigentum der Stadt Rapperswil oder gehörten dem Kloster Einsiedeln, der Komtur von Wädenswil, dem Ritterhaus Bubikon, dem Spital Richterswil oder dem Kloster Rüti. Auf der Hurdnerseite im Frauenwinkel lagen weitere Fache, deren Nutzung mehrheitlich bei den Hurdner Fischern lag. Der Wert eines Faches war im 15. Jahrhundert etwa gleich gross wie derjenige eines Hauses in der Stadt Rapperswil. Die Zinsen für die Benützung aller Hurden beliefen sich auf über 20‘000 Fische, mehr als 1‘000 kg Getreide, Bienenwachs und Bargeld.
Eine besondere Rolle spielt seit jeher der sogenannte Frauenwinkel in Bezug auf die Fischerei. Bereits seit dem Jahre 965 durch eine Schenkung Otto’s I im Besitze des Klosters Einsiedeln bilden die seichten, mit Röhricht bestandenen Gewässer vorbildliche Laichplätze für die edlen Zürichsee Fische.
Der vornehme Häggling, verschiedene Forellenarten, ja sogar Lachse aus dem Meer erschienen im Winter bis vor Glarus. Aeschen, Karpfen, Blaulinge, Albeli, Brachsen, Trüschen, Aale und die Egli bereicherten zusammen mit den schon damals „grätig“ empfundenen Schwalen und Alet die Speisezettel der Bevölkerung insbesondere in der Fastenzeit. Dass schon damals Feinschmecker die Köstlichkeit der Einheimischen Seefische schätzten, beweist die Beschreibung der Delikatessen durch Hans Erhard Escher in der Beschreibung des Zürichsees.
„Liebhaber guter Bisslein pflegen zu sagen, dass an den Fischen gut seie, das Barben Mäulein, des Karpfen Zünglein und des Trüschen Läberlein.“
Auch Vogelarten bereichern sich am Fischreichtum des Sees. Die Kormorankolonie im Stampf in Jona und die vielen Fischreiher im Winkel haben sich in den letzten Jahren derart vermehrt, dass Berufsfischer empört eine Beschränkung der Vermehrung verlangen. Auch ohne Eingriff in die komplizierte Bestandsregelung wird die Natur dafür sorgen, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

Die Vogelwelt zwischen Hurden und den Inseln Ufenau und Lützelau

Das seichte Ufer zwischen den Inseln mit dem lockeren Röhricht- und Binsenbeständen, den kleinräumigen Pflanzengesellschaften der Riedflächen und den extensiv genutzten, kiesigen Endmoränen bieten einer grossen Artenvielfalt, Durchgangs-, Brut- und Winterquartier.
Der berühmteste Brüter ist der auffallende, 60 cm Grosse Brachvogel mit dem langen, gebogenen Schnabel und dem Klagenden Balzlied „trauih“ in der Dämmerung. Bis zu 50 Exemplare auf dem, Durchzug und Jährlich brütende Paare geniessen die weiten Riedflächen und die Seichte Bucht des „Trichters“ im dichten Röhricht.
Hier halten sich auch bis zu 60 Fischreiher vor allem als Wintergäste, aber auch als Brutvögel auf. Sie geniessen die niedrige Wassertiefe dieser Bucht zur Nahrungsbeschaffung und die Völlige Abschirmung von Zivilisation und Umwelt. Die Riedflächen dienen dem Ausgleich und der Abwechslung.
Der auffällige Kiebitz brütet in grosser Zahl in den offenen Riedflächen, die nur einmal im Jahr nach dem 15. September geschnitten werden. So kann die Brut und die Aufzucht ohne Gefahr gepflegt werden. Das warnende „Kie-wit“ und „kie-r-wie“ mit dem stark wuchtelnden, akrobatischen Flug ertönt abgewandelt beim Nähern an sein Habitat.
Auch die Feldlerche liebt die kleinräumige Landschaft des Frauenwinkels. Nur sporadisch brütet sie im Acker oder auf trockenen Stellen des Rieds. Das klare, trillernde „trr-lit“ während dem Rütteln verrät ihr Wohlempfinden. In der Dämmerung verlässt Sie oft das Ried, gemeinsam tief über den Wassern des Zürichsee fliegend.
Im engen Uferstreifen zwischen dem Röhricht und den Pfeifengraswiesen und Spierstauden leben die Rohrsänger und die Rohrammer. Das Männchen, mit schwarzem Kopf und Kehle trägt seinen gedehnten Gesang von einem Halm aus vor und ist deshalb sehr gut zu erkennen besonders im Frühjahr.
Im Röhricht zum Wasser lebt der Teichrohrsänger und noch weiter zum See der grössere Drosselrohrsänger. Im Frühjahr können die beiden Verwandten weniger gesehen werden als durch den Gesang gehört und unterschieden werden. Der kleinere Teichrohrsänger wiederholt sein „Tschirrak – Tschirrak“ einige Male bei Tag und Nacht, der Drosselrohrsänger trägt seine knarrenden Laute „karre – Karre“ und „görk – görk – görk“ in anhaltendem rauen Gesang vor.
Selten ist die Bekassine mit Ihrem meckernden Geräusch zu beobachten. Morgens früh ertönt das Rätschen zwischen dem Gesang der Rohrsänger und dem klagenden Lied des Brachvogels im Frühtau des Riedes, zeugnisgebend von einer intakten Umwelt und dem Lebensraum, der durch die Zivilisation in Gefahr ist, aber durch sorgsame Pflege dieses Habitats die Grundlage für die Brut der Vogelwelt garantiert.

Grosser Brachvogel im Frauenwinkel mit langem gebogenen Schnabel. Als einzige Brutstätte des grossen Watvogels bietet sich das Riet in Hurden an. 50 Exemplare als Durchzügler rasten jeweils im Frühjahr und Herbst.

Wein am Zürichsee

Die klare Farbe, des Intensiven Traubenbouquet, ein vollmundiger Sortencharakter und eine glückliche Mischung des Alkohol- und Säuregehaltes sind die Ursachen für die Typischen Qualitätsweine vom Zürichsee.
Beinahe 2000 Hektaren Reben umfassten die Ufer im Jahre 1880, bevor Missernten, ausländische Konkurrenz und Krankheiten den Markanten Niedergang der Weinproduktion verursachten. Am Etzelhang deuten viele Namen auf ehemalige Weinreben, die Gemeinde Jona, die grösste Rebgemeinde des Kantons St.Gallen besass eine 10mal grössere Rebfläche als heute und auf der Ufenau standen schon damals Reben des Klosters Einsiedeln.
In Hurden besass jeder Gasthof seinen eigenen Rebberg, wie die Siegfriedkarte aus dem Jahre 1888 belegt. Das Rössli besass einen Rebberg an der Südlage der Schotterstrasse auf dem Weg nach Pfäffikon. Der im Hause gekelterte Wein lagerte in Fässern im Keller und wurde den durstigen Gästen direkt auf den Tisch kredenzt.
Die wichtigsten Traubensorten waren der Räuschling, der Elbling und die Zürireben. Auch heute noch ergibt in guten Jahren grossbeerige Räuschling einen spritzigen Wein, der in heissen Sommern eine Spitzenqualität erreichen kann. Der Edle weisse Riesling x Sylvaner hat als Weinsorte aus der Forschungsanstalt Wädenswil seit 1905 die Welt erobert und hat sich durch die Bouquet reiche, ausgeglichene Milde auch bei Kennern einen Namen gemacht.
Von den zahlreichen Rotweinsorten, wie dem schwarzen Erlenbacher, dem blauen Portugieser, dem Limberger, der Müllerrebe und dem Gamay wird heute nur noch der veredelte Blauburgunder oder Klevner angebaut, der mit dem einmaligen Fruchtbouquet zur Weltklasse aufgestiegen ist.
Die günstigen Südlagen, die wärmespeichernde Wirkung des Sees im Herbst und die Föhnwinde, von denen der Einheimische den „Glarner“, „Urner“, „Chatzehölzer“ und „Bächer“ unterscheidet. Lassen eigenen Wein gedeihen, der unter den Weinkennern geschätzt ist. Dazu kommt eine seit Generationen ausgeübte Pflege des nicht nach kurzfristigen, materiellen erfolgen strebenden Rebbauern, der vielfach hier noch seinen eigenen Wein trinken, pflegen und vermarken lässt.

Das Rössli, 177 Jahre im Besitz der Familie Feusi.
(aus „Das Rössli seit 150 Jahren im Eigentum der Familie Feusi“ von Paul Wyrsch, Juni 1980)
Die älteste Darstellung des Rössli stammt aus dem 17. Jahrhundert von Conrad Meyer (1618 – 1689) und zeigt die Gotische Fensteranordnung und ein Wirtshausschild von Südwesten, rechts die Kapelle und links das Rössli.
1728 kaufte das Kloster Einsiedeln das Wirtshaus mit Garten, Wohnhaus und Matte. Das Kloster baute das Haus um zur heutigen Substanz mit der Barocken Fassade und dem typischen Krüppelwalm.
Mehrere Besitzer erwarben und verkauften das Haus in den 100 Jahren bis zum 17. März 1829, als Richter Balz Feusi die Liegenschaften für seine beiden Söhne Balthasar und Kaspar Anton erwarb. Am 26. April 1852 heirateten die beiden Brüder die Geschwister Rosina und Marianne Höfliger, Töchter aus dem Hause Höfliger, Landammann des Bezirks. Die beiden Familien bewirtschafteten das Rössli, die Landwirtschaft und die Fischerei gemeinsam bis zur Teilung 1877 als Vater Balthasar, traurig über den Entscheid seines Sohnes, als Jesuit in Amerika der Mission zu dienen, das Anwesen in Hurden seinem Bruder überliess.
Die Söhne von Kaspar Anton trennten sich. Anton bewirtschaftete bis zu seinem Tode 1903 das Rössli währen Bruder Josef in Norddeutschland als Gutsverwalter wirkte. Nach dem Tode seines Bruders kehrte er mit seinen vier Kindern zurück in die Schweiz, auch er starb kurz danach und überliess das Rössli Mutter Wilhelmine mit den minderjährigen Kindern.
Die schwierige Zeit der Wirtschaftskrise überstand die Familie mit harter Arbeit und weitsichtigem Wirtschaften. Die Kriegsjahre brachten dem Rössli zahlreiche wohlhabende Gäste aus Zürich, die dem Gasthaus und der Familie auch nach dem Krieg die Treue hielten. Die Schwestern Henrika und Johanna wirteten sehr erfolgreich im Rössli bis zum Tode in den Jahren 1961 und 1967.
Bruder Josef widmete sich der Landwirtschaft und der Fischerei, diente der Gemeinschaft in Politik und Gesellschaft. Er heiratete aus der Bekanntschaft seines Vaters Elisabeth Cordes aus Lohen, Norddeutschland, die in Hurden auf Besuch war.
Die Nachkommen von Vater Josef, langjähriger Bezirks Ammann, Elisabeth und Josef übernahmen als nächste Generation das Rössli samt der dazugehörenden Landwirtschaft. Mit Teilungsvertrag vom 19. Januar 1973 erwarb Josef das Gasthaus und die Landwirtschaft als alleiniger Besitzer.